Mein Linsensüppchen

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Salve,
letzte Woche schrieb ich einen 5 Minüter für den Hashtag taeglicheinneuesthema (@freiesschreiben ) mit Sniem:

Linsensuppe - taeglicheinneuesthema 167

Da ging es nur darum wie sehr ich Linsensuppe oder auch Linseneintopf mag, was ich da grundsätzlich alles verarbeite im Süppchen. Gelesen hat’s wohl nur @wakeupkitty , welche mir relativ interessiert schien. Deshalb hier nun Einblicke in meine Linsensuppe.

Grundsätzlich zu den Linsen.

Im Suprmarkt gibt es zumeist nur eine Standardlinsenversion in der 500 Gramm Dose – jedenfalls im Süden Östraliens. Diese ist mehr oder weniger relativ aromafrei, hat wenig eigenen Linsengeschmack, ist daher nur in Notfällen zum Verzehr geeignet. Die Hersteller schaffen es ja mittlerweile bei fast allen Lebensmitteln den Geschmack zu vertreiben in Mitteleuropa :((

Die getrockneten Linsen sind durch die Bank zu teuer in Standardsupermärkten. Deshalb immer beim Türken, Inder oder sonstigen fremdländischen Läden holen. Doppelter Inhalt zum halben Preis gegenüber den üblichen Supermärkten.

Die bevorzugte Linsenart muss man sich im Laufe der Zeit durch probieren einfach erarbeiten.

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Ich nehme immer relativ dunkle und große Linsen, wobei ich viele Vatianten noch gar nicht probiert habe.
Des weiteren gibt es eine Linsensorte, winzigklein und farblich in einem knalligem beinahe künstlichen ORANGE gehalten. Diese empfehle ich für die Eintopfzubereitung als zusätzliche Linsenart, denn diese lösen sich komplett auf und ergeben so das eintopfig dicke Endergebnis mit der Extraportion Linsengeschmack, ohne mit Stärke oder “Einbrenn” (Mehlschwitze) arbeiten zu müssen.

Ich koche das immer im 10 Liter Kelomat (Schnellkochtopf)

Mit genauen Mengenangaben werde ich nicht dienen, denn kochen nach genauem Rezept und starrer Vorgabe ist ja ähnlich einem Chemiebaukasten. Intuition und Kochverständnis muss jeder Koch selbst mitbringen, sonst ist er/sie nur “Giftmischer/in” und kein Koch.

Zwiebel(n) oder Charlotten (milder) fein hacken, 2 -3 Minuten glasig bis eher leicht dunkel anrösten.
Dann die je nach Belieben klein oder gross gewürfelten Kartoffeln ebenso unter kräftigem Umrühren kurz (wieder so 3 Minuten mitrösten.
Dann wird “gelöscht” entweder mit einem Schuss simplen Essigs oder mit Rotwein. Fleissig umrühren bis im aufsteigenden Dampf nix mehr vom Essig zu riechen ist.
Variante 2 wäre Rotwein. Keine ganze Flasche, sondern etwa ein Zehntel bis ein Viertel eines Liters. Nicht die billigste Klatsche aus dem Tetrapack, sondern, nen 10er darf so ein Flascherl schon kosten… Da braucht auch niemand Angst um seine Kinder oder etwaige Alkoholiker haben, denn es geht ja nur um die Quintessenz des Weins. Man wird ja noch wissen, dass Alkohl bei rund 70 Grad sozusagen beim Kochen verdampft/verdunstet/entschwirrt.
Weisswein habe ich nie zu Hause, den mag I ned, aber auch der kann nicht verkehrt sein.

Wenn Essiggeruch weg ist, bzw der Wein anständig reduziert ist, kommt Gemüsebrühe, oder wie bei den meisten eben die schnöde chemische Suppenwürze/Suppewürfel zum Einsatz. Bei Würze und Würfel eben noch mit Wasser aufgiessen.

An dieser Stelle kann dann schon ein Lorbeerblatt mit rein, oder auch Zwei.

Nun die Möhrchen. Karotten gut waschen, evt. auch mit ner Bürste – ich habe dazu eine eigene Nagelbürste für Küchenzwecke – abschrubben. Das Schälen der Karotte ist nicht nötig, sogar kontraproduktiv, da die meisten guten Stoffe in der Haut/Schale sitzen. In der feinen Küche wird diese immer entfernt, da sich die Haut beim Kochen dunkel verfärbt. Über solchen Unsinn muss man sich daheim jedoch keine Sorgen machen – HAUT BLEIBT dran. Möhrchen ganz fein hacken und dazugeben wenn die Kartoffeln so rund 10 – 15 min gekocht haben.

Das lässt man dann ne Weile vor sich hin kochen bis die Kartoffeln langsam weicher werden. Hängt natürlich ganz von der Linsenart ab, die ihr dann verwenden wollt. Die aus der Dose sind ja bereits fertiggegart, müssen also nur am Schluss für kurze Zeit mit dazu. Bei den getrockneten findet man die Kochzeiten auf der Packung. Manche nur 5 – 10 Minuten, andere (auch nach vorherigem Einweichen) ne dreiviertel Stunde. Wenn ich die extrem langsam garendend habe, kommt eben der Schnellkochtopfdeckel zum Einsatz und verkürzt das dann auf 10 Minuten unter Druck.

Abschmecken und nachwürzen nicht vergessen.

Ich verwende dazu vorrangig Senf – dieser harmoniert fabelhaft mit Linsen. Je besser der Senf desto besser das Endergebnis. Den süssen bayrischen Weisswurstsenf habe ich aber noch nie probiert bei diesem Gericht…..

Ich liebe ja Oregano, der kommt bei mir entgegen sonstigen Rezepten immer dazu – das nicht zu knapp. Getrockneter aus dem Glas erst kurz vor dem Servieren, frischer darf durchaus länger mitkochen.

Sojasauce statt Salz – auch diese immer beim Fremdländer kaufen – in Supermärkten wird man da nur betrogen.

Wem das Süppchen nun zu dünn sein sollte, man auch keine orangen Linsen hat, der muss nun etwas schummeln.

Eine Rührschüssel, 1 – 2 Löffel Mehl, ein Schusserl Milch, oder auch Sahne, sowie die Ränder aus der Suppe abschöpfen. Etwas Öl vom Anbraten schwimmt da ja immer rum – das brauchen wir – ab damit in die Rührschüssel, samt ein wenig von der Suppe. Auch kann man einige Kartoffeln mitnehmen falls man zu viele erwischt haben sollte am Anfang. Dann dort noch etwas Sojasauce und noch nen Klacks Senf dazu. Pürrierstab oder auch Schneebesen zücken und kräftig mixen. Dann die gefälschte Mehlschwitze/Einbrenn wieder zurück in die Suppe.
Auch darf bei mir gerne Kümmel und Petersilie ins Süppchen.

Das war’s im grossen und ganzen – relativ simpel und geht auch recht schnell, den Rest macht der Herd ja alleine. Die meiste Arbeit ist wohl das Zwiebelhacken und Kartoffelschälen.

Auch kann man zu Beginn da Speck, Speckschwarte oder Wurstwürfelchen mitbraten – für jene die nicht fleischlos leben können.
Mir ist die Suppe /Eintopf in vegetarischer Variante am liebsten, beinahe Zwangsweise hahaha, da ich Wurstwaren eher meide und auch selten was mit Speck und Schwarte anzufangen weiss. Sind eben Dinger die ich einfach so gut wie nie daheim habe.
Zur Suppe gibt es bei mir entweder ein dunkles Mischbrot (frisch) oder türkisches Fladenbrot (das kann auch schon mal n paar Tage alt sein). In der Suppenschüssel am Tisch wird dann noch anständig gepfeffert – MAHLZEIT!

Das war meine Variante der Linsensuppe, eine von wohl tausenden verschiedenen Herangehensweisen an dieses Gericht.

Im kalten Winter jedenfalls ist diese Suppe eine Wohltat, im Sommer eher deplatziert, da sie von INNEN heraus mächtig aufwärmt – das kann man im Sommer einfach ned brauchen xD

Diese Suppe eignet sich auch perfekt zum portionsweise Einfrieren für die STINKFAULEN Tage des Lebens.

LG @meins0815 20191124






@automation @banjo @cleverbot sind wie immer gebeten !popcorn mitzubringen. @djimirji up!


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