BESTER TAG

Ich saß einsam in dieser Kneipe. Vor mir ein kühles Bier und ein voller Aschenbecher. Die Luft war rauchgeschwängert und die anderen Gäste diskutierten lautstark um die Wette. Doch all das störte mich nicht. Meine Gedanken kreisten nur um ein einziges Thema.
„Wie sollte es weitergehen.“
Am anderen Ende des Tresens saß eine kleine Gruppe aus Soest. Sie waren auf Montage in unserer kleinen Stadt.
Als sie mich dort, tief in Gedanken versunken, sitzen sahen, winkten sie mir zu und forderten mich auf, doch einen mit ihnen zu trinken. Der Kräuterlikör passte hervorragend zu dem norddeutschen Bier. Und so kam man ins Gespräch.
Die Leichtigkeit, mit der die drei Handwerker den Abend hier verbrachten, faszinierte mich. Und so wurde Runde um Runde getrunken.
Spät in der Nacht, die Striche auf dem Deckel waren bereits
einmal rund und ich war voll wie eine Haubitze, verabschiedeten sich die drei. Am nächsten Morgen ging es früh für sie wieder auf die Baustelle.
Ich hatte noch keine Pläne für den nächsten Tag und war
auch nicht mehr in der Lage welche zu schmieden. Ich schaute auf den Rest Bier in meinem Glas und dachte,
so kann es weiter gehen.
Ich zahlte und verließ die Kneipe. Draußen überwältigte mich die frische Luft. Ein paar Meter weiter kotzte ich in den Rinnstein und schlenderte dann langsam nach Hause.

Ich wusste, das war der beste Tag in meinem Leben.


Aus meinem Buch Nicrophorinae das hoffentlich noch dieses Jahr erscheinen wird.

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